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Standard oder KF: Welche Weich-PVC-Qualität für Kühlräume?

Für Tiefkühlbereiche und für Außentore, die im Winter regelmäßig unter −5 °C fallen, gehört die kältefeste KF-Qualität an das Tor – sie bleibt laut Datenblatt bis etwa −25 °C flexibel. Standard-Weich-PVC ist bis etwa −5 °C einsetzbar und reicht für Kühlräume im Plusbereich und normale Hallentemperaturen. Die JEDI Kunststofftechnik GmbH aus Buchholz (Westerwald) extrudiert beide Qualitäten selbst und liefert sie als Streifenvorhang, Lamelle, Folie oder Platte nach Maß.

Streifenvorhang aus Weich-PVC – JEDI Kunststofftechnik

Zwei Temperaturen, die man nicht verwechseln darf

Weich-PVC verdankt seine Flexibilität dem Weichmacheranteil. Wird es kälter, verliert das Material zuerst an Beweglichkeit und erst viel später seine Festigkeit. In den Datenblättern stehen deshalb zwei verschiedene Werte:

  • Einsatztemperatur (Gebrauchstemperatur): Bis hierhin bleibt die Lamelle weich genug, um nach jeder Durchfahrt sauber zurückzufallen und dicht zu schließen. Das ist der Wert für die Planung.
  • Kältebruchtemperatur nach DIN EN 1876-2: Der Laborwert, bei dem das Material unter Schlagbelastung bricht. Er zeigt die Reserve, ist aber keine Einsatzgrenze. Ein Vorhang, der nahe an diesem Wert betrieben wird, ist steif, klappert und reißt am Aufhängepunkt oder splittert beim Anfahren mit dem Stapler.
QualitätDatenblattEinsatztemperaturKältebruchShore A
Standard35-002ca. −5 bis +60 °Cca. −35 °C77 ± 3
KF – hoch kältefest35-014ca. −25 bis +40 °Cca. −45 °C59 ± 3
KF, Lebensmittelkontakt35-031ca. −25 bis +40 °Cca. −45 °C59 ± 3

Die KF-Rezeptur ist weicher (Shore A 59 statt 77) und schiebt damit beide Grenzen um rund 20 °C nach unten. Der Preis dafür steht am anderen Ende der Skala: KF ist bis etwa +40 °C ausgelegt, Standard bis etwa +60 °C. Optisch unterscheiden sich beide nicht – KF ist ebenso glasklar lieferbar.

Wann Standard reicht – und wann nicht

EinsatzTemperatur am VorhangEmpfehlung
Innentor Produktion, Lager, Werkstattüber 0 °CStandard
Kühlraum, Kühlzelleetwa +2 bis +8 °CStandard
Außentor, Laderampe, Stall, offene Halleim Winter regelmäßig unter −5 °CKF
Tiefkühlhaus, Tiefkühlzelle−18 bis −25 °CKF, dickere Lamelle
Schockfroster, Tiefkühlung unter −25 °Cunter −25 °CRückfrage – außerhalb der Datenblattwerte
Hallentrennung nahe Wärmequellen, Südseite im Sommerüber +40 °CStandard
Lebensmittelkontakt im Kühlbereichbis ca. −25 °CKF lebensmittelecht (35-031)

Faustregel: Wo der Vorhang regelmäßig Frost unter −5 °C sieht, ist Standard die falsche Sparsamkeit – die Lamellen werden früher getauscht, als die Preisdifferenz ausmacht. Umgekehrt gehört KF nicht an ein Tor, das im Sommer in der prallen Sonne hängt.

Was sonst noch in die Kühlraum-Auslegung gehört

Die Qualität ist nur eine von drei Stellgrößen. Die Lamellenstärke bestimmt, wie gut der Vorhang die Kälte hält und wie viel Staplerverkehr er verträgt; die Überlappung entscheidet über die Dichtheit. Für Kühlräume mit Durchfahrverkehr sind stärkere Lamellen mit hoher Überlappung üblich, für reine Personendurchgänge reicht weniger. Beides legen wir mit Ihnen anhand von Toröffnung, Verkehr und Temperaturdifferenz fest.

Oft vergessen: Auch die Aufhängung sieht dieselbe Kälte. Wir liefern die Lamellen konfektioniert mit Halterung oder als Meterware zur eigenen Montage.

Was JEDI liefert

Beide Qualitäten werden bei uns in Buchholz (Westerwald) extrudiert – in 0,5 bis 12 mm Stärke und bis 2.200 mm Breite, glasklar oder farbig. KF gibt es zusätzlich als lebensmittelechte Variante (VO (EG) 1935/2004 und 10/2011) und als Riefenmatte für Böden im Kühlbereich.

Passend dazu

Alle Temperaturwerte sind Richtwerte aus unseren technischen Datenblättern. Belieferung ausschließlich an Unternehmen; für Neukunden gilt ein Mindestbestellwert von 200 € zzgl. MwSt. und Versand. Maße, Einsatztemperatur und Verkehr genügen für ein Angebot – über das Anfrageformular oder unter 02683 / 94309-0.